Hendrik Hering (MdL) besucht dir First-Responder 

 

Schnelle Hilfe im Notfall kann Leben retten – und genau dafür setzt sich die First-Responder-Gruppe Weltersburg seit über zehn Jahren ein. SPD-Abgeordneter und Landtagspräsident Hendrik Hering besuchte die ehrenamtlichen Helfer in ihrem Feuerwehrgerätehaus, um sich ein Bild von ihrer Arbeit zu machen und über mögliche Unterstützungsmöglichkeiten zu sprechen.
Gemeinsam mit Wehrführer Gert Holzbach und dem Leiter der First Responder, Michael Dasbach, sprach Hendrik Hering über die Herausforderungen und die beeindruckende Eigeninitiative der Gruppe. Die First-Responder-Gruppe Weltersburg wurde 2014 offiziell gegründet, nachdem sich die Idee eines Helfer-vor-Ort-Systems bereits Anfang der 2000er-Jahre entwickelt hatte. Die mittlerweile 14 Mitglieder, darunter ein Arzt und ausgebildete Rettungssanitäter, arbeiten rein ehrenamtlich und opfern ihre Freizeit für die medizinische Erstversorgung in sieben Gemeinden der Region. Die Alarmierung erfolgt direkt über die Rettungsleitstelle Montabaur, mit einer beeindruckenden Erreichbarkeit von 90 Prozent.
Die Anfänge der Gruppe waren geprägt von finanziellen Herausforderungen. Die ersten Einsätze wurden mit privaten Pkw durchgeführt, bis sich die Mitglieder aus eigener Tasche einen gebrauchten Subaru anschafften und ihn in Eigenleistung umrüsteten. Vor Kurzem konnte ein gebrauchter VW-Bus der Polizei erworben und erneut eigenständig umgebaut werden. Dank der finanziellen Beteiligung der Verbandsgemeinde Westerburg wurde zudem ein Anbau am Feuerwehrgerätehaus errichtet, sodass das Fahrzeug nun endlich in einer Garage untergebracht werden kann. Der Bau selbst wurde in Eigenleistung der Feuerwehr durchgeführt.

Anerkennung und Unterstützung aus der Politik

Hendrik Hering zeigte sich tief beeindruckt von der Arbeit und dem Engagement der First Responder. „Hier sehen wir, was Ehrenamt leisten kann. Es ist bewundernswert, wie viel Herzblut die Mitglieder in ihre Arbeit stecken, um die medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen“, lobte Hering.
Da die First-Responder-Gruppe weiterhin auf Spenden angewiesen ist, sprach Hering über mögliche Förderungen und Finanzierungsoptionen für notwendige Ersatzbeschaffungen. Er sicherte zu, sich für Unterstützungsmöglichkeiten auf Landesebene einzusetzen und die Gruppe über geeignete Programme zu informieren. „Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch konkrete Hilfe“, betonte er.
Mit über 40 Einsätzen in den ersten Wochen des laufenden Jahres 2025 und 171 Einsätzen im Jahr 2024 zeigt die First-Responder-Gruppe, wie wichtig ihre Arbeit für die Region ist. Die ehrenamtlichen Helfer sind eine unverzichtbare Stütze für die Notfallversorgung im Westerwald – und mit der richtigen Unterstützung können sie diese Aufgabe auch in Zukunft mit vollem Einsatz wahrnehmen.

 



Schnelle Hilfe aus der Nachbarschaft...seit 2014  

 

Die Idee, ein Helfer-vor-Ort-System in Weltersburg aufzubauen, entstand schon Anfang der 2000'er. Es bedurfte einer Menge Planung, Vorbereitung und Überzeugungskraft,  diese Idee in die Tat umzusetzen.   Zeitweise wurde der  Plan sogar komplett auf Eis gelegt, sodass es schlussendlich bis zum Herbst 2014 dauerte bis die Gruppe, zu  Beginn bestehend aus 13  medizinisch,  rettungs- oder  sanitätsdienstlich ausgebildeten  Helfern,  allesamt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, ihren  Dienst aufnehmen konnte. 

 

Am 01. September 2014  wurde die  First-Responder Gruppe Weltersburg in das Alarmierungssystem der Rettungsleitstelle in Montabaur aufgenommen, die erste Alarmierung  erfolgte am 06. September 2014 um 14:49 Uhr mit dem Stichwort: 'Internistischer Notfall'.

Der Ausrückebereich der Weltersburger Gruppe umfasste zu Beginn neben Weltersburg selbst, auch die drei Nachbarorte Girkenroth, Guckheim und Willmenrod. Damit erstreckte sich das Einsatzgebiet zunächst nur auf Ortschaften in der Verbandsgemeinde Westerburg, die gemäß Landesgesetz über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastropenschutz (LBKG) als Aufgabenträger im örtlichen  Brandschutz und der allgemeinen Hilfe, Auftraggeber für die First-Responder Gruppe ist.

Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg im Spätsommer 2015 kamen die beiden VG Bürgermeister Klaus Lütkefedder (VG Wallmerod) und Gerhard Loos (VG Westerburg) mit der Weltersburger Feuerwehr ins Gespräch, und sprachen erstmalig über eine möglicher Ausweitung des Einsatzgebietes der Weltersburger Ersthelfer auf die Ortsgemeinde Salz (VG Wallmerod). Salz liegt nur 2km von Weltersburg entfernt.
Da die beiden Verbandsgemeinden im Rahmen der im Jahr 2004 durch die VG Wallmerod ins Leben gerufene Initiative LEBEN IM DORF ohnehin auf mehreren Gebieten eine gute Zusammenarbeit pflegten, herrschte auch bei diesem Thema sofort Einigkeit. So gehört auch Salz seit Anfang 2016 zum Ausrückebereich der Gruppe.
Eine noch weitere Ausweitung wurde von den Mitgliedern der Gruppe zunächst als nicht sinnvoll angesehen, da man Erfahrungen sammeln wollte, welches Einsatzaufkommen mit einer Gruppenstärke von 12-15 Einsatzkräften, alle in sogenannter Zufallsbereitschaft, noch gut abzuarbeiten ist.

Im Jahr 2020, nach mehr als 5 Jahren Erfahrung mit dem System, wurde das Thema noch einmal angefasst. Nach Rücksprache mit allen Beteiligten, erweiterte die Verbandsgemeinde Wallmerod im Oktober die Beauftragung der Weltersburger Gruppe auf die Ortsgemeinden Herschbach (OWW) und Bilkheim. Die Umsetzung im Alarmierungssytem der Integrierten Leitstelle Montabaur erfolgte Anfang November.


Seither deckt die First-Responder Gruppe der FF Weltersburg insgesamt 7 Ortschaften ab.

 

Die Gruppe im Juni  2022

v.l.: Michael Dasbach (Leiter der Gruppe), Niklas Giehl, Marina Jung, Philipp Jung, Niklas Jung, Helmut Schlösser (Notarzt), Maike Dasbach, Mathis Jung, Gerd Holzbach (Wehrführer), Florian Aichinger, Nico Schardt - im Vordergrund: Ute und Anna Holzbach


Bei der Gründung der Gruppe mussten sich die Mitglieder ihre Einsatzkleidung, wegen der fehlenden finanziellen Mittel, noch aus eigener Tasche bezahlen. Die Spendengelder reichten zunächst nur für das medizinische Equipment. Erst die zahlreichen Spenden der letzten Jahre erlaubten im Dezember 2020 eine Ausstattung der kompletten Gruppe mit angemessener und einheitlicher Schutzkleidung (Foto oben). Die Einsatzkleidung schlug mit mehr als 200€ pro Person zu Buche. Einen herzlichen Dank an alle Spender!

 


Die Gruppe im November 2016

stehend v.l.:  Michael Dasbach (Leiter der Gruppe), Gerd Holzbach (Wehrführer & stellv. Leiter der Gruppe), Markus Dasbach (stellv. Wehrführer), Hubert Benten, Martin Munsch, Maike Stahl, Michel Wagner, Nico Schardt, Heribert Hafermann, Niklas Jung 

kniend v.l.:      Ute Holzbach, Anna Holzbach, Sarah Schlösser

es fehlen:      Matthias Stahl, Helmut Schlösser (Notarzt)


Die Gruppe bei der offiziellen Indienststellung 2014

stehend v.l.:  Michael Dasbach (Leiter der Gruppe), Jessica Preis, Matthias Stahl, Michel Wagner, Maike Stahl, Hubert Benten, Martin Munsch, Niklas Jung, Gerd Holzbach (Wehrführer & stellv. Leiter der Gruppe) 

kniend v.l.:      Ute Holzbach, Anna Holzbach, Marit Preis, Nico Schardt