Die Weltersburger Feuerwehr im Mai 2017 


 

...ein paar Sätze zur Geschichte der Wehr  (von Andreas Dasbach, so wie Auszüge aus "Beiträge zur Ortsgeschichte von Weltersburg" von Jürgen Gläser)     

1828 wird im Gebäudeverzeichnis von Weltersburg ein aus Stein erbautes, mit Schiefern gedecktes Spritzenhaus erwähnt, das vermutlich an der Stelle des 1938 erbauten Feuerwehrgerätehauses (heute Bauhof) stand. Dort wurde vermutlich eine Grundausstattung an Feuerlöschgeräten, darunter auch eine Feuerspritze gelagert. Im Brandkataster von 1859 findet dieses Gebäude keine Erwähnung mehr. Es ist zu vermuten, dass es damals bereits abgetragen war, da die Feuerlöschgeräte in der Folgezeit im Gemeindebackhaus aufbewahrt wurden. Das Mobilienverzeichnis von 1894 nennt an Feuerlöschgerätschaften drei Feuerleitern, 32 Feuereimer und 4 Feuerhaken. In der Folgezeit verfügte die Gemeinde über einen einachsigen hölzernen Schlauchwagen, der bis heute vorhanden ist.  

Um im wasserarmen Weltersburg einen Vorrat an Löschwasser bereithalten zu können, wurde in nassauischer Zeit in der Untergasse ein Brandweiher angelegt. Nach dem Bau der Wasserleitung im Jahr 1912 wurde der Brandweiher überflüssig und in den Folgejahren abgetragen.

Am 17.01.1938 beantragte die Gemeinde den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, das noch im gleichen Jahr errichtet wurde. Es handelt sich um das heute von der Gemeinde als Bauhof genutzte "alte Spritzenhaus".

 

Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) war der Brandschutz in Weltersburg als Pflichtfeuerwehr organisiert, die sich aus allen männlichen Dorfbewohnern zwischen dem 18. und 60. Lebensjahr zusammensetzte, und in unregelmäßigen Abständen Übungen durchführte. Der Leiter dieser Pflichtfeuerwehr, er führte die Bezeichnung "Kommandant", war bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Berthold Weber.

An Geräten waren damals nur ein Standrohr, einige Schläuche und Stahlhelme sowie der einachsige Schlauchwagen vorhanden. Der Brand einer Feldscheune Ende 1962 war Anlass für erste Gespräche über die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 23. Januar 1963 trafen sich Bürgermeister Alfred Schneider und Kreisbrandinspekteur Popp aus Hachenburg mit 21 Männern des Dorfes zur Gründungsversammlung in der Gaststätte Munsch. Zum ersten Wehrführer wählte die Versammlung Josef Schmidt, der das Amt bis 1969 begleitete. Im August 1963 erhielt die Feuerwehr einen einachsigen TSA (Tragkraftspritzenanhänger), der von einem Traktor gezogen wurde. Die Kosten für die Anschaffung übernahm die Ortsgemeinde.

 

1969 wurde Berthold Weber, der in den 60'ern bereits der Pflichtfeuerwehr vorstand, neuer Wehrführer der FF und leitete die Wehr auch im Jubiläumsjahr 1988. Vom 24. bis 26. Juni 1988 feierte die Freiwillige Feuerwehr und ihr Musikverein das 25-jährige Bestehen. „Welches kleine Dorf kann sich eine Feuerwehr und eine Hauskapelle leisten?“ fragte der damalige Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Hans Schmidt, beim Festkommers. Alle Weltersburger waren an den drei Tagen der Feierlichkeiten auf den Beinen, der Ort platzte nach dem Festzug, an dem 43 Wehren und Musikvereine teilnahmen, förmlich aus allen Nähten.

Die bis dahin der Ortsgemeinde unterstehende Freiwillige Feuerwehr wurde 1975 in den Verantwortungsbereich der Verbandsgemeinde Westerburg übernommen. Im August 1981 erhielt die Wehr erstmalig ein (gebrauchtes) Feuerwehrauto und musste fortan nicht mehr mit einem Traktor zum Einsatz fahren. Es handelte sich um TSF-Tr auf einem VW T1 (Bulli), Baujahr 1960, welches von der Nachbarwehr aus Girkenroth übernommen wurde. 
1987 wurden die Weltersburger von der Verbandsgemeinde mit zwei Atemschutzgeräten ausgestattet, eine Spende von Familie Ute & Philipp Wienand, den damaligen Besitzern des Alten- und Pflegeheims "Haus Welterswald", machten wenige Jahre später eine Aufstockung auf 4 Atemschutzgeräte möglich. Die Einsatzabteilung verfügte in den Achtzigern über 24 Feuerwehrmänner.
Im November 1987 konnte mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen werden. Im Mai 1989 wurde das neue Gerätehaus feierlich eingeweiht. Außerdem erhielt die Wehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, da das alte Feuerwehrauto aus dem Jahr 1960 nicht mehr verkehrstüchtig war.

     Das TSF-T auf VW T1 wurde 1981 von der Freiwilligen Feuerwehr Girkenroth übernommen und ersetzte den Tragkraftspritzenanhänger von 1963.    Foto: FF Girkenroth


Im November 1989 wurde Berthold Weber, der bis zu seinem  60. Geburtstag die Wehr leitete, aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Gerd Holzbach wurde auf Vorschlag der Wehr und der Ortsgemeinde zum Wehrführer gewählt. Jährlich absolvieren die Floriansjünger Brand- und Atemschutzlehrgänge und erreichen regelmäßig ihre Leistungsabzeichen in Bronze, Silber oder Gold.

Das Foto zeigt einen Großteil der Einsatzabteilung anlässlich der Einweihung des neuen Feuerwehrautos 1989. Zu sehen sind (v.l.): Mario Göbel, Johannes Schui, Hubert Antweiler, Bruno Steinebach, Markus Sturm, Klaus Gläser, Martin Munsch, Michael Dasbach, Gerd Holzbach, Rudi Sturm, Ewald Habel, Hubert Benten, Rudi Holzbach, Manfred Hannappel, Günther Kettler, Karl Dasbach, Ottmar Flügel, Thomas Sturm. 

 

Gründung der Jugendfeuerwehr

Seit Anfang des Jahres 1995 gingen zwölf Jungen und drei Mädchen ihrem Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr nach. Mit der Gründungsfeier der Jugendfeuerwehr am 14. und 15. Juni 1997 wurden die Jugendlichen offiziell aufgenommen. Schirmherr Philipp Wienand überreichte einen Wimpel als Geschenk für die Jugendlichen. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung in Theorie und Praxis stehen bei der Jugendfeuerwehr Spiel und Spaß im Vordergrund. Besonders hervorzuheben ist das Ausrichten einer Großübung aller Jugendwehren der Verbandsgemeinde Westerburg im Jahr 1998.


Fahnenweihe

Am Gründungstag der Jugendfeuerwehr, 14. und 15. Juni 1997, erhielt auch die Freiwillige Feuerwehr Weltersburg durch den Schirmherrn Pillipp Wienand  eine Feuerwehrfahne. „Wenn Feuerwehren bei Umzügen und Festen in Uniform und mit einer Fahne durch die Straßen ziehen, wollen wir Geschlossenheit demonstrieren und deutlich machen, dass uns die Zugehörigkeit zu einer Feuerwehr über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg verbindet“, erläuterte Wehrführer Gerd Holzbach das Tragen einer Feuerwehrfahne.

 

Die Weltersburger haben sich „Bereitschaft und Mut, schütz Menschen Hab` und Gut“ auf ihre Fahne geschrieben, dazu das Gründungsjahr 1963.